Über 80.000 Winzer kümmern sich jedes Jahr erneut um den Weinanbau, den Schnitt, die Lese und die Vinifizierung. Dabei werden über 9 Mio Hektoliter Wein produziert, wovon etwas weniger als die Hälfte exportiert wird. In Summe werden mehr als 100.000 Hektar bewirtschaftet. Das sind ca. 140.000 Fussballfelder.

Voraussetzung für guten Wein sind optimale klimatische Bedingungen. Deutschlands Winzer haben nicht das beste Makroklima. Doch die hervorragende Bodensvielfalt und die guten Mikroklimas der Weinregionen trotzen der relativ nördlichen Lage um den 50. Breitengrad. Die klimatischen Unterschiede und die verschiedenen Böden ermöglichen die Vielfalt der angebauten Rebsorten. Besonders die Steillagen eignen sich als hervorragende Weinbaufläche, da hier die Kaltluft schnell abfließen kann und die Rebe im richtigen Winkel genug Sonne tanken kann.

Rheinhessen

Mit einer Fläche von über 26.000 Hektar und über 6.000 Winzern ist Rheinhessen die größte Weinbauregion Deutschlands. 120. Mio Rebstöcke strecken ihre Wurzeln die verschiedensten Böden. Die Produktion beläuft sich auf 2,6 Mio Hektoliter. Diese Zahl sprengt sogar ein Vergleich in der Anzahl von Badewannen. 2,6 Mio Hektoliter entsprechen der Fließmenge von etwas über 2min des Rheins bei Köln bei normalem Pegelstand. 

Die Region ist auch unglaublich  reich an Tradition. Hier befindet sich neben stattlichen Burgen und Schlössern auch die älteste Weinlage Deutschlands, Niersteiner Glöck mit Spuren aus dem Jahr 742. 

Die Region ist geprägt vom Weißwein, auch wenn der Trend in Richtung Rotwein geht. Mittlerweile werden bereits ein Drittel der Fläche für die Produktion von Rotweinen genutzt. Hierzu zählt vor allem der beliebte Dornfelder. Die trockenen Weine erfreuen sich höchster Qualität.Auch Jungwinzer können sich in Rheinhessen ausleben. So bilden Sie den Kontrast zur “Alten Welt” und experimentieren fleißig mit kreativen Ideen.

Pfalz

Dicht gefolgt wird Rheinhessen von der Pfalz mit einer Fläche von über 22.000 Hektar Fläche und 6.800 Winzern. Hier wachsen 100 Mio Rebstöcke. Zu den Spezialitäten zählen hierbei der Spätburgunder, Dornfelder oder Regent. Mittlerweile ist die Pfalz zum größten Anbaugebiet für Rotwein in Deutschland geworden. Auf ca. 85km gibt es neben zahlreichen schönen Weingütern auch Burgen, Schlösser und Klöster, die zu einer Tour herzlichen einladen.

Baden

Baden ist die wärmste und südlichste Weinbauregion Deutschlands. Auch bekannt als das Burgunderparadies. Denn mehr als die Hälfte der Weine bilden Spätburgunder, Grauburgunder oder Weißburgunder. Die Vielfalt der Böden ermöglicht hier besonders gute Bedingungen.

Württemberg

Ebenfalls berühmt für Rotweine ist die Weinbauregion Württemberg. Mittlerweile werden über 70% der Fläche für den Anbau von roten Trauben verwendet. Bekannt ist die Region vor allem für die Sorten Trollinger, Schwarzriesling und Lemberger. Gerade die tollen Steillagen und die vulkanischen Böden liefern hierfür die perfekten klimatischen und geologischen Bedingungen. Viel Sonne mit gutem Winkel.

Mosel

Die Mosel bietet hauptsächlich Steil- und Terassenlagen. Das bedeutet für die Winzer harte Arbeit. Denn der Anbau ist kompliziert und gefährlich. Dennoch gilt die Mosel als älteste Weinbauregion Deutschlands. Mehr als die Hälfte der Fläche wird für die Produktion von Riesling genutzt. Daher gelten die Winzer aus der Region Mosel auch als Spezialisten des Rieslings. Die Böden sorgen für eine gute Mineralik und die Steillagen für die nötige Sonne für die fruchtigen Weine.

Franken

Die Weißweine Silvaner und Müller Thurgau – Das sind die Spezialitäten aus Franken. Vor allem in Würzburg und der Umgebung werden diese Trauben angebaut. Entlang am Main, der Fränkischen Saale und der Wern gibt es wunderschöne Täler. Die meisten Winzer haben sich für Unterfranken entschieden.

Nahe

Nicht nur hervorragende Weingüter, sondern auch wunderschöne Kurorte finden sich in der Weinbauregion Nahe. Romantische Täler und viele kleine Familienbetriebe laden für einen Ausflug in die Region rund um Bad Kreuznach ein. Auch hier gibt es viele Jungwinzer, die sich die höchste Bodenvielfalt Deutschlands (mehr als 180 verschiedene Bodentypen) zu Nutze machen und an innovativen Weinen experimentieren. Die Flach- und Hügellagen sorgen für einen besonders mineralische Rieslinge.

Rheingau

Besonders empfehlenswert sind Radtouren durch das Rheingau. Hier trifft man auf viele Weingüter, die hervorragenden Riesling produzieren. Diese sind durch die etwas längere Reifedauer besonders fruchtig. Burgen, Klöster und Schlösser laden ebenfalls zu einem Besuch ein.

Saale-Unstrut

Die Weinstraße der Region Saale-Unstrut beläuft sich auf über 60km. Auf Grund des Klimas werden hier eher frühreifende Rebsorten bewirtschaftet. Dazu zählen beispielsweise Müller Thurgau, Weißburgunder und Silvaner. Die Böden sind eher karg und bestehen meist aus Muschelkalk und Buntsandstein. Saale-Unstrut liegt bei Bad Sulza und ist eine eher ertragsschwache Weinbauregion. Die vielen Hänge sorgen jedoch auch hier für ein gutes Mikroklima. 

Ahr

Benannt ist diese Weinbauregion nach der Ahr, einem Nebenfluss des Rheins. Die Steillagen sorgen für genug Sonne. Auch hier zeichnet sich der Trend zum Rotwein ab, da hier mittlerweile, hauptsächlich rote Rebsorten angebaut werden. Auch hier gilt: Weg vom süßen Wein. Berühmt ist die Ahr für die herausragenden trockenen und halbtrockenen Weine.

Sachsen

Sachen ist die nördlichste Lage Deutschlands. Rund um den Ballungsraum Dresden und das Elbtal wird hier Wein angebaut. Die etwas kältere Region befindet sich sogar schon oberhalb des 51. Breitengrades. Die Lössböden eignen sich besonders für den Goldriesling, welche eine lokale Spezialität ist.

Mittelrhein

Die Region Mittelrhein zählt zu den kleineren Regionen. Die Weinstraße erstreckt sich jedoch ganze 120km. Hauptattraktion ist hier sicher die Loreley. Um 1900 war diese Region noch etwas größer. Seither ist sie von über 2.000 Hektar auf unter 500 Hektar geschrumpft. Zum Glück zeichnet sich aber gerade eine Stabilisierung der Region ab. Hier kann man sich den Riesling, Spätburgunder oder Müller Thurgau gut schmecken lassen.

Hessische Bergstraße

Die hessische Bergstraße ist mit 431 Hektar Anbaufläche das kleinste Weinbaugebiet Deutschlands. Der Westrand des Odenwalds produziert lediglich 30.000 Hektoliter Wein und macht somit gerade mal 0,3% der Weinproduktion in Deutschland aus. 600 Winzer widmen sich hier verschiedenen Rebsorten. Stärker vertreten sind hier eher trockene Weine. Auch hier zeichnet sich ein Trend vom weißen Riesling hin zum roten Spätburgunder ab.