80+ ungelesene Nachrichten. Das passiert, wenn sich zehn Winzerinnen und fünf Designerinnen eine Whatsapp-Gruppe teilen. „Das symbolisiert den regen Austausch untereinander. Gemeinsam entstehen die besten Ideen, auch wenn es hin und wieder ein zäher Prozess ist.“, schmunzelt die Designerin Silke Philipps-Deters aus Mainz. Die ursprüngliche Idee entstand – wie auch sonst- bei einem Glas Wein. Wein trinken und Gutes tun! Darum geht’s bei TRINKTMEHRM!LCH.

In Flaschen gefüllte Girl Gäng Power

Das Produkt der M!lch-Gang nennt sich M!lch und ist ein fruchtiger und knackiger Weißwein-Cuvée. Die jährliche Cuvéetierung ist ein Gemeinschaftsprojekt und das exakte Mischverhältnis natürlich ein Betriebsgeheimnis. Wer in den Genuss des Weins kommt, kann jedoch mit geübter Sensorik erahnen, dass sich vielleicht Rebsorten wie Riesling, Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus dahinter verbergen. Genau wissen wir es aber natürlich nicht. Was wir wissen, ist dass der Qualitätsanspruch sehr hoch ist und diesem wird der Wein mehr als gerecht.

Gut gekühlt ist die M!lch ein erfrischendes Genusserlebnis. Knackig in der Säure, elegant trocken und ein harmonischer Abgang, der Lust auf mehr macht.


Die Form der Flasche erinnert eher an Rotwein. Voluminös und kurvig, das verkörpert die weibliche Brust. Nach einer kleinen konstruktiven Diskussion entschloss sich die Truppe, die Burgunderform statt der schlanken Schlegelform für die Abfüllung zu verwenden. „Wir Designerinnen haben uns durchgesetzt“ lacht Silke. Auch wenn die Winzerinnen erst die Schlegelform bevorzugt hatten, sind sie im Nachhinein doch sehr glücklich mit der Entscheidung.

Die unterschiedlichen Farben symbolisieren verschiedene Hauttöne, welche ebenfalls die Deckel schmücken. Etwas provokativ, weiblich, polarisierend und sehr gekonnt. Durch das gesamte Design zieht sich eine klare Linie. Die Form und die Farben sind auf einander harmonisch abgestimmt.

TRINKTMEHRM!LCH

Warum gerade M!LCH?

Seit 1744 kennt man die „Liebfrauenmilch“, deren Ursprung in den Weinbergern der Liebfrauenkirche in Worms liegt. Unter den Weinkennern ist bekannt, dass sich es dabei um einen Weißwein-Cuvée aus Rheinhessen, Rheingau, Pfalz oder Nahe handelt.

Liebfrauenkirche in Worms um 1900

Das Wort „Milch“ ist kurz, prägnant und proviziert. Nach reifer Überlegung entschloss sich die Gruppe, den Begriff in Anlehnung an die Liebfrauenmilch aufzugreifen. Das „!“ statt dem „i“ symbolisiert den Nachdruck für die Aufforderung „TRINKTMEHRM!LCH“. Ein Designkniff, der nicht nur gut ausschaut, sondern auch markenrechtliche Vorteile birgt, da man dadurch nicht mit der klassischen Milch verwechselt werden kann.

Wer ist an Board?

Zu den Designerinnen zählen Alice Schaffner, Carolin Dürrenberg, Silke Philipps-Deters, Martina Miocevic und Lisa Reimann.

Die Winzerinnen heißen Christina Spier, Ida Didinger, Jana Hauck, Josefine Schlumberger, Juliane Eller, Marie-Sophie Flick, Pauline Baumberger, Sabrina Becker, Sina Mertz und Sarah Hulten.

M!lch-Gäng – Foto Domenic Driessen

Gestartet ist die M!lch-Gäng mit fünf Frauen. Inspiration für das Projekt gab es vor allem durch Ladies Wine & Design. Einem internationalem Frauennetzwerk, welches durch Jessica Walsh ins Leben gerufen wurde. Bei der Idee „Wein trinken und Gutes tun“ ist es nicht verwunderlich, dass sich das Netzwerk schnell aufgebaut hat. „Jede Person, die wir gefragt haben, hat direkt zugesagt.“ meinte Jana. „Dadurch lässt sich die Arbeit super aufteilen und jeder ist unglaublich hilfsbereit.“

Ob es um das Packtreffen, den Versand, die Website, die terminliche Organisation oder den spaßigen Küvetierabende handelt, alle helfen mit und das zeugt von Teamfähigkeit. Wenn mal Not am Mann ist, genügt meist eine kurze Nachricht. Viele sind selbstständig und wohnen im Umkreis, was die Arbeitsteilung stark vereinfacht.

Inklusion sorgt für Prävention

Die Erlöse der M!lch gehen an den Discovering Hands MTU-Forum e.V. Dieser Verein bildet blinde und sehbehinderte Frauen in der medizinisch-taktilen Untersuchung aus. Ihr Einsatz ist für die Früherkennung von Brustkrebs enorm hilfreich. Durch das außergewöhnlich ausgeprägte Tastvermögen kann der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt und später behandelt werden.

Jede der 15 Girls kennt im engen oder erweiterten Freundes-, Bekannten- oder Familienkreis Fälle von Brustkrebs. So kam der Gedanke, hier unterstützend tätig zu werden. Nach langer Recherche haben sie Discoverin Hands entdeckt – eine schöne Kombination aus Inklusion und Vorsorge. Im ersten Jahrgang letztes Jahr wurden alle 1.200 Flaschen verkauft werden und ein Erlös von 10.000 Euro gespendet werden. Ein riesen Erfolg.

Es geht weiter!

Viele gemeinsame Events mussten leider corona-bedingt abgesagt werden. Aber das hindert die Girls nicht daran, weiter zu machen. Das positive Engagement der Girls führte nun dazu, dass es zu einer spannenden Partnerschaft zwischen TRINKTMEHRM!LCH und Discovering Hands kommt. Mehr dazu im Zoom Call am 9. Juli. Zum Zoom-Tasting anmelden könnt Ihr Euch per E-Mail. Sendet einfach eine Mail an hallo@trinktmehrmilch.de.

Der Bekanntheitsgrad wächst rasant und das nicht nur regional. Seit start des zweiten Jahrgangs sind schon mehr als die Hälfte der 1.200 Flaschen vergriffen. „Eine Flasche für Weihnachten aufheben, ist nicht!“, kommentiert Jana, die gerade einen Großteil der Flaschen verschickt. Bis Weihnachten wird der Vorrat niemals reichen. Wer also noch eine Flasche bestellen möchte, sollte sich beeilen. Eine Email an: hallo@trinktmehrmilch.de genügt.

TRINKTMEHRM!LCH – Foto Domenic Driessen

Stillstand kennen die Girls nicht. Man macht sich schon weitere Gedanken über die nächsten Schritte. Das positive Feedback stärkt den Rücken und motiviert die Truppe. „Wenn man selbst in der Bestell-email Lob für das Projekt liest, dann ist das schon ein sehr schönes Zeichen“. Die warmen Worte kommen von allen Seiten – Winzer, Designer, Ärzte, Freunde, Bekannte und natürlich den Mitarbeitern und Auszubildenden von Discovering Hands.

Großes Dankeschön!

Ohne die Unterstützung von Helfern, Partnern, Freunden und Bekannten wäre TRINKTMEHRM!LCH nicht möglich gewesen. Daher gilt ein herzliches Dankeschön an Richard Wagner GmbH + Co. KG für die Versandkartons, Vinventions für die Schraubverschlüsse, Gauch Kellereibedarf für die Flaschen, Mark Weinreuter für die Programmierung, Bastian Seite für die Videos, Elisa Biscotti und Domenic Driessen für die Fotos und Weingut Hauck für die Spielwiese.