Nächstes Jahr ist es so weit. Weingut Weiler feiert 100 Jahre Jubiläum. Grund zu feiern gibt es, da das familiengeführte Weingut die Nachfolge in die vierte Generation erfolgreich geschafft hat. Über vier Hektar Rebfläche an hervorragenden Schiefersteillagen müssen gemeinsam bewirtschaftet werden. „Weinbau ist Männersache!“, zitiert Jungwinzerin Carolin Weiler noch die alte Denke. Heute teilt sie sich die Arbeit mit ihrem Vater Richard, der weiterhin als Kellermeister tätig ist und beratend zur Seite steht. Doch der Weg zum Erfolg war steinig und und nicht immer so, wie man sich das vorstellt.

Lorch am Rhein

Wie in den Bergen im Urlaub. Der kleine Ort Lorch am Rhein ist die Heimat der Winzerfamilie Weiler und eine echte Augenweide. Der Rhein reflektiert die Sonne und gleicht die Temperatur über die quarzit- und schieferhaltigen Böden am Berg gleichzeitig aus. Perfekte klimatische Bedingungen für Weinbau. Nicht um sonst zählt der Obere Mittelrhein zum UNESCO-Welterbe.

Ein Weingut mit Geschichte

1921 wurde das Weingut durch den Urgroßvater Wilhelm Weiler gegründet und stetig ausgebaut. Der Anfang war geprägt von schwierigen Zeiten wie der Reblausplage, Schwere Hagelschäden, Pilz- und Schimmelbefall sowie einem verheerenden Bergsturz. Doch ihr Großvater Karl-Heinz Weiler und später ihr Vater Richard Weiler führten das Weingut fort, pflanzten verschiedene Rebsorten und kümmerten sich um die Steillagen. Heute bildet Carolin Weiler die vierte Generation neben ihren Brüdern, die sich entschlossen haben, einen anderen Weg einzuschlagen.

Aktuell werden 4,5 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Ein Ausbau der Fläche ist denkbar, sofern sich gut Gelegenheiten ergeben.

Carolin Weiler

Der Wunsch Winzerin zu werden, kam erst später. Mit 16 Jahren war sie noch unschlüssig, ob sie ihre Abitur oder direkt eine Ausbildung machen soll. „Die Brüder werden es schon machen, mach du mal was soziales“. So kam es dann auch erstmal, dass Carolin Erzieherin und Sozialassistentin wurde. Doch der Gedanke an Wein war stets präsent – vor allem als Weinkönigin und -prinzessin.

Als ihre beiden Brüder signalisierten, dass sie einen anderen beruflichen Werdegang vorziehen würden, ergriff Carolin die Chance. Sie holte ihr Abitur nach und startete an der Universität Geisenheim den Studiengang Internationale Weinwirtschaft. Nach vier Semestern entschloss sie sich, den Studiengang zu wechseln, um Weinbau zu studieren. Heute ist sie glücklich, ihren Traumberuf ausüben zu können. „Die Verbindung von Wein und Menschen, ist das wonach ich gesucht habe. Im Weingut muss man irgendwie Alleskönner sein und diese Herausforderung gefällt mir.“

Carolin Weiler
Carolin Weiler

Ihr Vater tat sich anfangs schwer, die Tochter im Weingut stehen zu sehen, da hier und da und da auch mal richtig Kraft benötigt wird. Aber mittlerweile sind die beiden ein eingespieltes Team und die Tochter bekommt die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, eigene Weine zu kreiieren und die Vermarktung in die Hand zu nehmen. Der Erfahrungsschatz und der Austausch ist beiden enorm wichtig, um von einander zu lernen zu können, auch wenn es hin und wieder zu kleinen Reibungspunkten kommt.

Heute prägt Carolin das Weingut mit viel Persönlichkeit und kreiert eigene Weine. Hinzu kommt ihr Engagement im Marketing. So hat die Webseite neu gestaltet und einen Online-Shop eingerichtet. Dies bietet gerade in der Corona-Zeit eine gute Möglichkeit, um den entfallenen Absatz etwas zu kompensieren. Für Carolin gelingt es ausgesprochen gut, ihre Persönlichkeit zu transportieren. Dabei hilft mit Sicherheit, dass ihr Außenwirkung einfach authentisch ist. Über Social Media verschafft Carolin ihren Followern einen Einblick in die Arbeit des Winzers.

Wein Weiblich

„Als Weinkönigin oder -prinzessin lernt man, selbstbewusstes Auftreten.“ Diese Eigenschaft hat Carolin zum perfekten Partner für den Film „Wein Weiblich“ gemacht. Theresa Breuer, Silke Wolf, Dr. Eva Vollmer und Carolin Weiler geben Einblicke hinter die Kulissen des Weinbaus. Durch den Film hat sich eine wahre Freundschaft zwischen den vier Frauen gebildet. Alle haben einen einzigartigen Charakter, der sich individuell ausprägt.

Der Riesling-Botschafter Stuart Pigott bezeichnete Carolin Weiler in der FAZ als die „Winzerin Entdeckung des Jahres“.

Der Schiefer

Carolins Rosé

Wer sich das Etikett von Weiler Weine anschaut, erkennt direkt das Abbild des Schieferbodens. Dieser ist bezeichnend für die Weine. Das Sedimentgestein verleiht dem Wein eine elegante Mineralik.

Bei einem Besuch im Weinkeller kann man den Schiefer auch hautnah erleben, da der Keller in den Berg hineinführt, bis er an einem Quarzitübergang endet. Tief im Berg liegen somit die Schätze des Weinguts.

Für Carolin ist es wichtig, eine Corporate Identity zu entwickelt, um dem ganzen ein Gesicht und einen eigenen Schliff zu geben. Hierfür eignet sich der Schiefer hervorragend. Er ist authentisch.

Die Weine

Das einzigartige Rheingau-Terroir bietet hervorragende Bedingungen für eleganten und harmonischen Weiler Weine. Die Weine klassifiziert Carolin in drei verschiedene Rubriken. Brot & Butter, Steil & Lagen sowie Fass & Rausch.

Brot & Butter

Das sind Weine, die man jeden Tag gerne trinkt. Die Visitenkarte des Hauses ist dabei der Riesling. Carolins Rosé ist etwas ganz besonderes. „Rosé trinkt doch keiner“, hieß es noch vor ein paar Jahren. Heute ist das ein Verkaufsschlager. Gerade in heißen Sommern wirkt der Rosé ausgesprochen erfrischend.

Steil & Lage

Hier finden sich die Top-Steillagen wieder. Hier wirkt die Sonneneinstrahlung und die Reflektion des Rheins besonders gut. Die Trauben können schön lange reifen und werden später per Hand gelesen. Dadurch werden nur die besten Trauben verarbeitet und im Keller zu einem Genusserlebnis ausgebaut werden.

Fass & Rausch

In ganz geringer Auflage kommen hier die Premium Flaschen zum Vorschein – ein trockener Spätburgunder und ein Riesling-Sekt. Schon bald wird es auch einen ganz neuen Riesling geben namens „Steillage 57 Grad“.

Erhältlich sind die Weine ohne Umwege im eigenen Online-Shop.