NFT – Digitale Kunst oder Hype?

Die Welt der NFT bzw. der digitalen Kunst entwickelt sich rasant zu einem ernst zu nehmendem Markt.
veröffentlicht am 12. März 2021
NFT

Was bedeutet NFT?

Non-fungible Token (NFT) sind digitale Vermögenswerte, die eine breite Palette von immateriellen Gegenständen darstellen – digitale Kunstwerke, virtuelle Sammelkarten oder Animationen.

Der große Vorteil beim NFT liegt darin, dass er nicht austauschbar, sondern einzigartig ist. Die charakteristischen Merkmale des digitalen Werkes und die Eigentumsrechte sind somit in dem NFT enthalten und durch die Blockchain-Technologie fälschungssicher hinterlegt. Dadurch wird das klassische Problem der Provenance einfach technisch gelöst, da die Daten des Kunstwerks und die Transaktion mit Käufer und Verkäufer auf der Blockchain erfasst werden.

Im Gegensatz zu regulären Kryptowährungen sind NFTs nicht 1:1 austauschbar wie beispielsweise ein Bitcoin mit einem anderen Bitcoin. Das liegt daran, dass es keine zwei identischen NFTs gibt.

Die überwiegende Mehrheit der NFTs basiert auf der Ethereum-Blockchain und wird daher auch in der digitalen Ethereum Währung gehandelt. Diese Technologie ermöglicht es, einen gewissen Standard zu halten und sicherzustellen, dass der Handel mit der digitalen Umwelt kompatibel ist – also digitalen Börsen und Wallets. Der Umsatz der NFTs ist schwer zu ermitteln, doch er dürfte bereits die Milliarde überschritten haben.

Ethereum Kurs – hotbit.io

Was ist so besonders daran?

Im Vergleich zu den Kryptowährungen kann ein NFT nicht geteilt werden. D.h. es kann keine Fraktion gehandelt werden, sondern das NFT bleibt immer vollständig als eine Einheit.

Die Blockchain verhindert, dass der NFT zerstört wird. Einmal erstellt und gespeichert, kann der einzigartige NFT nicht kopiert oder ersetzt werden. Die Rückverfolgung und die Verifizierbarkeit sind jedoch jederzeit durch die Speicherung des Smart-Contracts in der Blockchain möglich. Dadurch entfällt auch die sonst übliche Überprüfung der Authentizität.

Neben dem reinen Handel der Kunstwerke können diese auch Bestandteil von Online-Spielen sein. In einer virtuellen Welt wie Decentraland (eine digitale Parallelwelt) als Beispiel können die digitalen Kunstwerke in einer eigens dafür vorgesehenen Galerie ausgestellt werden.

In der digitalen Welt können Künstler mit ihren Kunstwerken direkt ein globales Publikum erreichen, ohne ein Auktionshaus oder eine Galerie zu nutzen. Das bietet die Möglichkeit, einen wesentlich größeren Teil des Gewinns zu behalten, den sie aus dem Verkauf erzielen. Tantiemen können auch in digitale Kunstwerke einprogrammiert werden, so dass der Schöpfer jedes Mal einen Prozentsatz des Verkaufsgewinns erhält, wenn sein Kunstwerk an einen neuen Besitzer geht.

Ever-Crunching Tacos von Taco Bell – rarible.com (digitale Kunst)

Worin liegt der Wert?

Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Durch die Einzigartigkeit und die hohe Nachfrage durch Sammler, Computerspieler, Spekulanten und Investoren wird der Preis der NFTs oftmals in die Höhe getrieben. Häufig lockt ein potentieller Kursgewinn oder die Möglichkeit einer Dividende. Dadurch dass Kryptowährungen in den letzten Jahren stark an Fahrt gewonnen und frühen Investoren reichlich Rendite gebracht haben, ist die Hoffnung groß, auch hier als Early Bird zu gelten und günstig zu kaufen, um im Anschluss teuer zu verkaufen.

Nur ein kleiner Hype oder hat es wirklich Potential?

„Everydays: The First 5,000 Days“ vom US-amerikanischen Künstler Beeple wurde für knapp 70 Millionen US-Dollar bei Christie’s versteigert. Damit kann sich das Kunstwerk neben die teuersten Werken der Welt einreihen. Gehandelt wurde auch dieses Werk mit Ethereum. Dass Christie’s auf diesen Zug mit aufspringt, zeigt das Potential und die Professionalität der NFT Szene.

Andere Werke sind beispielsweise „Dragon the CryptoKitty“ oder der „1-1-1“-Rennwagen aus F1 Delta Time. Zu den beliebtesten Werken zählen auch die digitalen NBA Top Shot Sammelkarten. Diese werden mittlerweile für mehrere Millionen US-Dollar gehandelt.

christies.com

Diese und andere Kunstwerke haben erfolgreich bewiesen, dass exorbitante Wertsteigerungen möglich sind. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Anzahl an NFTs stetig steigt und dadurch die einzelnen Werke unter Umständen auch an Wert verlieren können.

Das Thema gelangt gerade durch die aktuellen Ereignisse wie der Christie’s Versteigerung mediale Aufmerksamkeit. Dieses könnte dazu führen, dass mehr Teilnehmer an den NFT Markt herangeführt werden. Je mehr Investoren, desto mehr Handel. Daher ergibt sich ein gewisses Potential, was mitunter bereits stark gehypt wird.

Ein umstrittenes Thema

Durch ein einfaches Copy and Paste könnte man in den Besitz eines der digitalen Kunstwerke gelangen. Doch handelt es sich dabei nicht um das echte, einzigartige Werk, sondern lediglich um eine Kopie – ähnlich wie ein Foto von einem Kunstwerk.

Die Smart Contracts sind nicht immer für jeden verständlich. Es gibt weder eine Aufsicht noch einen Schutz vor Abzockern. Durch die Anonymität der Kryptowährungen und des dezentralen Netzwerks gibt es kaum eine Möglichkeit, seine Ansprüche geltend zu machen. Es bestehen also keine gesetzlichen Rahmenbedingungen.

NFT würden sich wahrscheinlich gut für Geldwäsche eignen. Die Verfolgung des Zahlungsverkehrs zur Identität des Käufers oder Verkäufers ist durch die Anonymität der Teilnehmer kaum möglich. Im Zuge dessen bleibt es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Gerichtsprozesse oder Hacks passieren, bis dem Ganzen ein juristischer Rahmen verpasst wird.

Einblick in die Werke

Wer nun mal einen Blick auf die digitalen Kunstwerke werfen möchte, kann das auf den NFT Börsen wie Opensea oder Rarible machen. Manchmal fragt man sich, ob das wirklich Kunst ist. Doch die Antwort dieser Frage liegt immer im Auge des Betrachters und des Käufers. Wie immer geht es um Angebot und Nachfrage.

ÜBER DEN AUTOR


Marius Greb
Marius Greb
Geschäftsführer von Art & Wine Magazine - Nach einigen Jahren im Finanzwesen wechselte Marius Greb die Branche und befasst sich heute mit Kunst und Wein. Vor dem Start von Art & Wine Magazine startete er Entkorkte Kunst - eine Kombination aus Wein- und Malabenden.

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