Kork oder Schraubverschluss – Was jetzt?

Beim Stöbern nach Weinen greifen Sie vielleicht instinktiv nach den Flaschen, die einen Korken haben anstatt nach denen mit Schraubverschluss. Aber was ist eigentlich besser: Flaschen mit Korken oder Flaschen mit Schraubverschluss?
veröffentlicht am 4. November 2021
2 Flaschen mit Schraub- und Korkverschluss

Warum Weinflaschen üblicherweise Kork verwenden

Es gibt viele Gründe, Kork anstelle eines Schraubverschlusses zu verwenden. Zum einen, wird Kork aus der Rinde der Korkeiche hergestellt, was es zu einem erneuerbaren und umweltschonenden Rohstoff macht. Dieser Verschluss wird bereits seit dem antiken Griechenland verwendet, hat also zusätzlich zu dem Umweltfaktor einen traditionellen Charakter. Des Weiteren dienen Korken vor allem Weinen, die erst nach einer längeren Lagerzeit getrunken werden. Durch die nicht vollständige Abdichtung kommt es zu einem Sauerstoffaustausch, sodass der Wein in der verschlossenen Flasche weiterreifen kann.

Foto: pixabay.com

Allerdings birgt die Verwendung von Korken auch Nachteile. Auch wenn Kork ein erneuerbarer Rohstoff ist, so fördert er doch gleichzeitig auch den Anbau von Monokulturen. Bei falscher Lagerung des Weins (beispielsweise im Stehen) kann der Korken porös werden und damit den Wein verunreinigen. Außerdem kann der Wein „korken“, was zu Korkgeschmack führt. Er entsteht, wenn chlorhaltige Substanzen mit dem Phenol aus dem Korken in Verbindung treten. Schädlich ist das zwar nicht, allerdings schmeckt oder riecht der Wein dann etwas schimmlig oder muffig. Zu erwähnen wäre, dass ein Wein interessanterweise auch mit einem anderen Verschluss korken kann.

Warum Schraubverschluss?

Oftmals wird davon ausgegangen, dass ein Schraubverschluss ein Indikator dafür sei, dass der Wein an sich eine minderwertigere Qualität habe. Aber bedeutet Schraubverschluss gleich schlechte Qualität des Weins? Dieses Vorurteil beruht wahrscheinlich darauf, dass Schraubverschlüsse günstiger in der Herstellung sind als Korken. Natürlich sagt das aber noch lange nichts über die Qualität des Inhalts der Weinflasche aus. Im Gegenteil, viele Qualitätsweine setzen mittlerweile auf Schraubverschlüsse. Zum Beispiel ist Neuseeland in den letzten Jahren zum Twist-off Stil übergegangen.

Weinflaschen mit Schraubverschluss
Foto: pixabay.com

Grund dafür ist, dass der Schraubverschluss dem Korken in nichts nachsteht und zusätzliche Vorteile bietet. In der Handhabung ist ein Schraubverschluss viel einfacher als eine mit Korken verschlossene Flasche, da man keinen Korkenzieher benötigt, um sie zu öffnen. Außerdem lässt sich die Flasche einfach wiederverschließen, sollte sie nicht an einem Tag leer getrunken werden. Zudem ist die Weinflasche mit Schraubverschluss genauso gut, wenn nicht sogar besser, verschlossen als mit einem Korken. Dies führt dazu, dass es zu keinem Sauerstoffaustausch kommen kann, allerdings wird zumeist ein wenig Sauerstoff in der Flasche gelassen, damit der Wein auch so weiterreifen kann.  

Fazit

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich im Zweifel also immer für eine Flasche mit Schraubverschluss entscheiden. Wem das charakteristische Ploppen des Korkens wichtig ist oder wer den Korken für kreative DIYs wiederverwenden möchte, trifft aber auch mit der Entscheidung für eine Flasche mit Korken keine schlechte Wahl.

ÜBER DEN AUTOR


Marius Greb
Katrin Petermann
Redakteurin des Art & Wine Magazine - Katrin Petermann ist in den letzten Zügen ihres Germanistik Studiums und hat darüber hinaus schon immer ein großes Interesse an Sprache und Literatur. Im Rahmen des Art & Wine Magazine ist sie als Redakteurin tätig.

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