Frankreich ist berühmt für seine Bordeaux-Weine, welche meistens aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc bestehen. Doch wie sieht es eigentlich in Deutschland aus? Die beliebteste Rebsorte in Deutschland ist der Riesling.

Der Riesling ist eine Kreuzung aus der Wildrebe, die den Ursprung vieler Rebsorten bildet. Eine weitere Komponente bildet der Heunisch, die damals die weit-verbreiteteste Rebsorte Europas war. Auch der Traminer findet sich im Riesling wieder.

Der Ursprung dieser Rebsorte wird dem Rheintal zugeordnet.


Riesling ist eine weiße Reb- und Weinsorte, die zu den hochwertigsten und kulturprägenden Gewächsen gezählt wird. Die besten Rieslinge werden in klimatisch kühleren Weinbaugebieten erzeugt. Vor allem wird die Sorte in Deutschland, aber auch in zahlreichen anderen Weinbauländern angebaut. Riesling-Weine genießen hohes Ansehen auf internationalen Märkten. Viele Spitzenlagen sowohl in Deutschland als auch in anderen Weinanbauländern sind mit Riesling bestockt. Vor allem in nördlichen Regionen wie Deutschland wird die Sorte fast ausschließlich in steilen Hängen angebaut – und das schon seit mehr als 600 Jahren.

Deutschland ist bekannt für seine Rieslinglagen. Die meisten deutschen Spitzenlagen sind mit Riesling bestockt. Bekannte deutsche Riesling-Lagen weisen häufig eine ähnliche Struktur auf: Sehr steil, hohe Sonneneinwirkung, Skelettböden, die relativ steinig und leicht porös sind wie beispielsweise bei Sandstein oder Granit. Zu den bekanntesten lagen zählen: Appenheimer Hundertgulden, Bernkasteler Doctor, Bopparder Hamm, Brauneberger Juffer-Sonnenuhr, Bremmer Calmont, Forster Kirchenstück, Forster Ungeheuer, Hattenheimer Pfaffenberg, Maximin Grünhäuser Abtsberg, Schloss Johannisberg, Monzinger Frühlingsplätzchen, Piesporter Goldtröpfchen, Rauenthaler Baiken, Rüdesheimer Berg, Steinberg bei Kloster Eberbach, Ürziger Würzgarten, Wehlener Sonnenuhr, Wiltinger Scharzhofberg, Winninger Uhlen, Würzburger St.

Über 22 Prozent der gesamten Weinanbaufläche in Deutschland ist dem Riesling gewidmet. Die Region Mosel und das Rheingau sind besonders bekannt für Ihre Riesling-Tradition, welche sich in zahlreichen Spitzenweinen wiederfindet.
Mittlerweile wird der Riesling auch im Ausland angebaut. Gerade in den USA, Frankreich, Neuseeland und Australien.

Vorteile

Riesling hat eine gute Winterfrostwiderstandsfähigkeit. In Jahren mit sehr guter Holzreife verträgt der Riesling Winterfröste von –20 bis –25 °C. Durch den späten Austrieb ist sie wenig spätfrostgefährdet. Rieslingweine besitzen zudem eine große Qualitätsspanne. Die Sorte hat eine geringe Trockenheitsempfindlichkeit, das die Würzeln sogar tief in die Gesteinsschichten eindringen können.

Nachteile

Riesling stellt sehr hohe Ansprüche an die Lage. Die Sorte reift spät. Sie ist für Stiellähme, Stielfäule und Beerenfäule anfällig. Die Beeren sind empfindlich gegen Hitze. Sie verursacht Sonnenbrandschäden an den Beeren.

Der Wein

Der Wein ist rassig, lebendig, frisch-elegant, stahlig und mineralisch. Kennzeichnend ist die typische knackig fruchtige Säure. Fruchtaromen nach Steinobst und exotischen Früchten bestimmen den Charakter des Weines. Man riecht und schmeckt häufig verschiedene Obstsorten heraus wie z.B. Apfel, Marielle, Pfirsich, Melone, Kiwi, Grapefruit, Zitrone oder Ananas.

Erst nach längerem Weinausbau wird die volle Reife des Weines erreicht. Jungweine sind meist noch säurebetont und unharmonisch im Geschmack. Der Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen.

Die Farbe des Weins kann von Blassgelb mit Grünstich bis Goldgelb reichen. Aufgrund des relativ hohen Säuregehalts besitzen Rieslingweine eine gute Lagerfähigkeit (5–10 Jahre). Altersgereifte Weine weisen zudem häufig eine „Petrolnote“ auf. Dadurch riecht der Wein erstmal nach Benzin. Im Geschmack muss sich dies jedoch nicht widerspiegeln. Mit Riesling können auch hochwertige süße Weine erzeugt werden. Entweder als Eiswein geerntet, oder die Konzentration erfolgt über die Edelfäule, die durch die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) hervorgerufen wird. Rieslingwein eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.