Von Whisky und Gin bis hin zu Rum und Tequila gibt es viele Fehler, die wir beim Kauf, bei der Bestellung und beim Trinken von Alkohol machen – da wundert es einen nicht, dass das auch mit Wein so ist.

Welche Fehler machen wir am häufigsten und wie stellen wir sie ab?

1. Denken, dass Schraubverschluss billig bedeutet

Der größte Fehler ist, dass die Leute denken, der Schraubverschluss sei für billige Weine. Der Schraubverschluss ist fantastisch für aromatische Weine, weil man nicht das Risiko eines Korkgeschmacks hat. Vor allem bei Weinen aus der Neuen Welt und Neuseeland werden einige der besten Weine als Schraubverschluss abgefüllt. Dennoch neigen traditionellere Wein produzierende Länder und Regionen, die sich auf Rotweine spezialisiert haben, dazu, am Korken festzuhalten.

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2. Nicht genug ausgeben

Das mag leichter gesagt als getan erscheinen, aber ein paar Euro mehr könnten den Unterschied ausmachen. Ein großer Anteil des Preises geht oft für Einfuhrzölle drauf. Gibt man etwas mehr aus, fließt der Geldbetrag auch tatsächlich in die Falsche. Viele wissen nicht, dass man qualitativ mehr erhält, wenn man 2 Euro mehr ausgibt. Bei begrenzten Budget heißt es daher lieber zwei bessere Flaschen kaufen, als vier billige.

3. Rebsorten und Marken kaufen, die Sie kennen

Wir neigen zu einem Mangel an Vertrauen in unbekannte Marken. Wir sind häufig zu konservativ. Dabei hat allein schon der deutsche Weinmarkt enorm viel zu bieten, so dass man sich lokal auf Entdeckungsreise begeben kann. Am besten auch mal bei Weinen zugreifen, deren Rebsorte Sie noch nicht kennen. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern, falls Sie die Sorte oder die Region nicht kennen. Wir können definitiv abenteuerlustiger sein.

4. Nicht in Weinläden einkaufen

Wenn Sie einen zusätzlichen Anstoß brauchen, um etwas Neues zu entdecken, lohnt es sich, statt im örtlichen Lebensmittelgeschäft ein Weinfachhandel aufzusuchen.

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Viele denken, dass solche Läden einschüchternd oder teuer sind, aber das sind sie nicht immer. Mit den richtigen Hinweisen wie: ‚Ich esse gern…‘, oder ‚Ich möchte ein Geschenk für einen Freund kaufen und normalerweise mag ich…‘ – der unabhängige Weinprofi wird Ihnen gerne weiterhelfen.

5. Ignorieren von Preisträgern

Suchen Sie nach Weinen, die Preise gewonnen haben. Wenn Sie sehen, dass etwas ausgezeichnet wurde, Sie aber noch nie davon gehört haben, lohnt es sich, es sich mal anzuschauen und ggf. den Weinprofi zu fragen, was es mit der Zertifizierung auf sich hat. Oftmals schafft das auch ein gewisses Vertrauen.

6. Billige Weißweine sind schlechter als billige Rotweine

Es ist ein Mythos, dass billige Weiße schlechter sind als billige Rote. Wenn man sehr empfindlich auf Tannine reagiert, die man in Rotweinen erhält, kann ein Rotwein mäßiger Qualität in seinen Tanninen etwas rustikal sein, vielleicht etwas unausgewogen. Zumindest bei Weißweinen muss man sich keine Sorgen um die Tannine machen. Es gibt in der Regel wenig schlechten Wein. Dafür gibt es aber viele langweilige Weine.

7. Einen Barkeeper nicht nach seiner Weinauswahl fragen

Wenn wir Weine glasweise bestellen, sollten wir wir immer fragen, welche zur Auswahl stehen. Sollte es keine Auswahl geben, am besten einfach einen Gin Tonic bestellen.

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8. Nein sagen, wenn ein Kellner fragt, ob Sie den Wein probieren möchten

Wenn gefragt werden „Möchten Sie den Wein probieren?“, sollten Sie immer ja sagen. Es kommt nicht darauf an, ob er Ihnen schmeckt oder nicht, sondern ob er fehlerhaft ist oder nicht. Sie sollten immer die Möglichkeit haben, den Wein zu probieren. Was Sie suchen, sind irgendwelche Fehlgeschmacksrichtungen – z.B. kartonierter, verkorkter Wein, der ein bisschen muffig schmeckt. Und wenn Ihnen der Wein nicht schmeckt, sollten Sie genügend Selbstvertrauen haben zu sagen, dass er Ihnen nicht schmeckt.

9. Ihr Glas überfüllen

Wir neigen dazu, unser Glas zu überfüllen. Wenn Sie ein Glas Wein haben, füllen Sie es bei jedem Einschenken einfach bis etwa ⅓ mit dem Glas voll. Dadurch können sich die Aromen im Glas besser entfalten. Weißwein wird nicht zu schnell warm, und wenn er rot ist, lässt er den Wein atmen. Hinzu kommt, dass das Trinken etwas verlangsamt wird und so ein verantwortungsvollerer Konsum stattfindet.

10. Rotwein warm und Weißwein kalt trinken

Jeder kennt es – der Weißwein ist zu kalt und Rotwein zu warm. Wir sollten nicht vergessen, dass je kälter man einen Weißwein serviert, desto weniger schmeckt man ihn, desto mehr dämpft er die Aromen ab. Bei Rotwein ist die Zimmertemperatur passend. Bei helleren Rotweinen wie Tempranillo und Beaujolais wäre es perfekt, diese leicht gekühlt zu servieren – besonders im Sommer.

11. Aufbewahrung im Stehen

Wenn Sie eine spezielle Flasche länger als ein paar Wochen oder Monate aufbewahren, lagern Sie sie liegend, auf der Seite, und versuchen Sie, sie von hellem Licht und hohen Temperaturen fernzuhalten. Sie muss nicht kühl sein, sollte aber keinen zu hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt sein.

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Für wirklich gute Weine – fünf, zehn oder 15 Jahre alt – lohnt es sich nach Lagerlösungen zu suchen, um die Feuchtigkeit und Temperaturen besser unter Kontrolle zu halten. Für Standardweine reicht jedoch ein Weinregal an einem kühlen, stabilen und dunklem Ort.

12. Eine geöffnete Flasche zu lange offen halten

Einige von uns werden vielleicht eine Flasche aufbrechen und im Laufe von ein oder zwei Wochen mehrmals darauf zurückkommen. Der längste Wein sollte jedoch eine Woche halten – und das auch nur, wenn es sich um einen starken, süßen Wein wie Portwein, Medeira oder Sherry handelt. Je mehr Alkohol und Zucker der Wein enthält, desto konservierter ist er. Bei süßen Weinen hat man ebenfalls ca. eine Woche, solange man einen Korken wieder hineinsteckt und sie in den Kühlschrank stellt. Weißweine halten sich nur ein bis drei Tage, wenn ein Korken verwendet wird und er im Kühlschrank aufbewahrt wird.

Wenn Sie feststellen, dass Sie nicht Ihren ganzen Wein trinken und später in der Woche noch mehr haben möchten, können Sie preiswerte Vakuumverschlüsse kaufen, die die Luft aus der Flasche nehmen. Weißwein kann man so drei bis vier Tage aufbewahren, Rotwein vier bis fünf Tage.