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I preferiti di Pia Ottes

Pia Ottes, Galerie Managerin aus Venedig, beschreibt die Kunstwerke von den Entkorkte Kunst Veranstaltungen.
veröffentlicht am 16. April 2020
Pia Ottes Entkorkte Kunst

Pia Ottes ist als Galerie Managerin in Venedig eine absolute Expertin, wenn es um das Thema Kunst geht. Sie bewertet laufend die interessantesten Werke der √∂ffentlichen EntkorkteKunst-Abende. EntkorkteKunst kombiniert Malabende mit Wine-Tastings und sorgt so f√ľr die n√∂tige Kreativit√§t beim Malen. Die Teilnehmer der Abende sind meist keine professionellen K√ľnstler. Im Gegenteil – viele hatten das letzte mal den Pinsel im Kunstunterricht in der Hand. Umso spannender ist es, wenn es hei√üt: Professional meets Amateur-Artist. Hier die besten Meisterwerke der bisherigen Events mit Rezension.

Was sagt der Profi? Pia Ottes zu den Werken
Pia Sophie Ottes

Die Kunstwerke und ihre Meister

Toscana

Das Werk l√§sst auf eine Inspiration von Van Gogh schlie√üen, auch wen hier der Pointilismus nicht angewendet wird. Die Farbwahl, die Form der glei√üenden Sonne sowie das Platzieren von Zypressen lassen auf einen hei√üen Sommernachmittag in der Toskana schlie√üen. Die helle Landschaft im Hintergrund verleiht dem Werk Weite und Tiefe, w√§hrend die Perspektive am unteren Ende des Werkes den Betrachter mit in das Werk holt und auf einem Wegrand platziert. 

Zitronen Stillleben

Dieses Gem√§lde zeigt die naturgetreue Abbildung von Zitrusfr√ľchten auf verwaschenem blauen Untergrund. Ein angedeuteter Schatten am √§u√üeren Rand der Fr√ľchte l√§sst sie plastisch und real wirken. Einzig die aufgeschnittene Zitrone ist perspektivisch nicht korrekt dargestellt. Der K√ľnstler hat die Farbe in strich-artiger Bewegung aufgetragen, was dem Werk Lebendigkeit und Bewegung verleiht. Mit diesen frischen Farben ist das Werk ist ein sch√∂nes Dekorationsobjekt f√ľr jedes zuhause. 

Das Blaue

Das Werk zeigt eine abstrakte Komposition, die an blaue Werke von Ives Klein oder eine Detailaufnahme von Monet‚Äôs Seerosenteich erinnert. Das Blaue l√§sst dem Betrachter die Freiheit, sich darunter den Himmel, die Luft, das Wasser vorzustellen und symbolisiert damit unendliche Weite, Sehnsucht und Phantasie. Es ist au√üerdem nachgewiesen, dass die Farbe Blau entspannend wirkt und das Denken f√∂rdert. 

Schneidersitz

Eine Frau, dessen Identit√§t nicht bekannt gegeben wird, indem ihr Kopf nicht gemalt wurde, sitzt im Schneidersitz auf einer Gr√ľnfl√§che. Die Position, welche die Frau einnimmt, erinnert sehr an die Darstellung der Frauen in Scherenschnitten und Aktgem√§lden von Henri Matisse. Durch das Auftragen der Farbe in einer pointilistisch-artigen Technik entsteht eine sehr plastische Darstellung, welche die Farbwahl eines kr√§ftigen Oranges unterstreicht.

Die Frau mit den drei Gesichtern

Luft, Erde, Ozean. Die Dreifaltigkeit. Trinit√§t. Alle guten Dinge sind‚Ķ ‚Äď Dieses Werk besch√§ftigt sich mit der Zahl Drei und dessen Bedeutung. Die K√ľnstlerin stellt eine Person mit drei Gesichtern dar, welche in unterschiedliche Richtungen blicken. Es ist unklar, ob dies drei verschiedene Personen sind oder ob die K√ľnstlerin hiermit eine Teilung der Pers√∂nlichkeit und Charakterz√ľge aufzeigen m√∂chte. Der Orange-Schwarz-gefleckte Schatten, der auf zwei der Gesichter f√§llt, k√∂nnte einen Bezug zum Leoparden darstellen und damit auf die ‚Äěwilde‚Äú Natur der Person zur√ľckzuf√ľhren sein.

See-Stern

Unter Verwendung von verw√§sserten Farben malt der K√ľnstler mit schwungvollen Pinselstrichen einen Seestern umrundet von blauen Akzenten. Auch wenn der K√ľnstler einen Gro√üteil der Leinwand wei√ü bel√§sst, ist das Werk sehr ausdrucksstark. Es ist nicht nur ein sch√∂nes Dekorationsobjekt, sondern erinnert auch an Arbeiten auf Papier von Mario Schifano oder Illustrationen des Designers Stig Lindberg.

Schwarzwald

F√ľr die Darstellung dieses dunklen Waldes wurde ausschlie√ülich die Farbe Schwarz verwendet. Das Auge des Betrachters wird von einem spiegelnden Wasserstrom in ein tiefes schwarzes Nichts geleitet.
Dieses Werk ist ein Schatten- und Lichtspiel, was den Betrachter anregt sich zu fragen, was wohl hinter dem dichten Gestr√ľpp liegt, wo wohl das Licht herkommt, dass durch die dunkeln √Ąste blitzt. Man m√∂chte aus dem Albtraum erwachen und endlich wieder Farbe sehen.  

Die Venus

Durch die Verwendung von Wei√ü auf Blau, ist es als sieht man weibliche Silhouetten auf Wolken tanzen. Diese Studie der weiblichen Formen zeigt eine Frau am vorderen rechten Bildrand, die sich scheinbar vor dem Betrachter rekelt und sich dann zum hinteren Bildrand von ihm entfernt, um ihm letztlich nur ihre wundersch√∂n geformte R√ľckenansicht zu zeigen. Dabei sind die weiblichen Rundungen und flie√üenden Bewegungen sehr genau studiert und anschaulich dargestellt.

Shades of Grey

Dieses Werk ist in zwei Perspektiven unterteilt: Im rechten Vordergrund sieht man ein männliches Aktmodell, das mit Schwarz- und Grau-Tönen dargestellt wird und daher eher wie eine Kohlezeichnung als eine Acrylmalerei wirkt. Die linke Seite des Werkes zeigt eine Frauenfigur, die sich hinter einer Leinwand versteckt und unverkennbar von den maskulinen Formen des Mannes angetan ist. Die Frau ist jedoch räumlich entfernter und fast comic-artig gemalt. Die verschiedenen Maltechniken, die thematisch eine Relation zum Subjekt des Werkes aufweisen, wecken das Interesse des Betrachters.

Das Abstrakte

Umso l√§nger man dieses Werk betrachtet, umso mehr kann man erkennen: Das Gesicht eines Mannes in der oberen mittleren H√§lfte des Bildes, eine in schwarz gekleidete Frau, die ihn zu seiner Linken beobachtet, eine Stra√üenlaterne, die glei√üendes Licht auf eine beregnete Stra√üe wirft‚Ķ oder einfach ein abstraktes Gem√§lde, dass mit Farben, Formen, Schatten und Licht spielt. Das Werk erinnert entfernt an eine fr√ľhe kubistische Phase von George Braque und l√§sst dem Betrachter viel Spielraum in der Deutung des Werkes.

Der Träumer

Dieses Werk zeigt einen Mann mit geschlossenen Augen umrundet von bunten Bändern, die sich in alle Richtungen winden. Der Hals des Mannes wirkt proportional zu lang, wie als sei er losgelöst vom Körper und gehalten und getragen nur durch die Farben, die Gedanken, die Träume.
Durch die ausschlie√üliche Verwendung von Blau und Wei√ü, erzielt der K√ľnstler eine sehr plastische Darstellung des Mannes. Die Komposition erinnert sehr an das Werk Le R√™ve (Der Traum) von Picasso, welches die schlafende Marie-Th√©r√®se Walter in einer sehr √§hnlichen Position und Farbkomposition zeigt. Die Technik ist jedoch eher der (italienischen) Pop-Art zuzuschreiben, an welcher sich Maler wie beispielsweise Mario Schifano bedienten.

√úBER DEN AUTOR


Marius Greb
Marius Greb
Gesch√§ftsf√ľhrer von Art & Wine Magazine - Nach einigen Jahren im Finanzwesen wechselte Marius Greb die Branche und befasst sich heute mit Kunst und Wein. Vor dem Start von Art & Wine Magazine startete er Entkorkte Kunst - eine Kombination aus Wein- und Malabenden.

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