Es gibt zahlreiche Studien, welche die positiven Effekte bei der Schaffung von Kunst belegen. Das gilt universal – also für Künstler sowie Personen, die von sich denken künstlerisch unbegabt zu sein.

Scheuen Sie sich also nicht, einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Kunst ist untrennbar mit Menschlichkeit verbunden. Wir üben Kunst seit Beginn der Menschheit aus. Kaum jemand würde bestreiten, dass der Wert als kulturell bereichernd sowie emotional und oft intellektuell konnotiert ist. Es reicht daher eigentlich schon aus, Kunst um der Kunst willen zu machen.

Doch wie die wissenschaftliche Forschung gezeigt hat, scheint unser Verstand dafür gebaut zu sein, Kunst zu genießen, sie gründlich zu analysieren und sie zu erschaffen – ganz gleich, wie qualifiziert man dazu ist.

Malen, Bildhauerei, Tanzen, Musizieren, Vinifizieren und all die anderen künstlerischen Beschäftigungen haben Vorteile, die weit über den reinen Genuss oder das kulturelle Schaffen hinausgehen – diese Aktivitäten können auch Ihr Gehirn trainieren und Ihre Stimmung heben. Hier sind fünf Gründe, sich Zeit für die Kunst zu nehmen, auch wenn Sie glauben, dass Sie wirklich schlecht darin sind.

Abbau von Stress und Ängsten

In einer Studie, die in der Zeitschrift „Art Therapy“ veröffentlicht wurde, stellten Forscher fest, dass nach nur 45 Minuten Kunstschaffen die Werte des Hormons Cortisol reduziert werden. Das mit Stress in Zusammenhang gebrachte Hormon wurde bei allen Teilnehmern unabhängig ihrer künstlerischen Fähigkeiten gesenkt.

In einer anderen Studie wurde festgestellt, dass 30 Minuten Kunstschaffen, insbesondere freies Malen bei der Vorbereitung von Abschlussprüfungen, mit einem verringerten Angstniveau verbunden war. Kunstunterricht verringerte auch den Stress und die Angst bei Menschen, die sich um kranke Familienmitglieder kümmern.

Neuronale Fitness

Kunst ist auch auf der neuronalen Ebene erforscht worden. Eine Studie aus dem Jahr 2014, fand heraus, dass die Herstellung visueller Kunst die Verbindungen im gesamten Gehirn verbessern kann.

Wissenschaftler haben schon früh beobachtet, dass die Aktivität im Gehirn allein beim Betrachten von Kunst zunimmt. Dies führt sogar so weit, dass die funktionelle Konnektivität gesteigert wird und somit auch die Aktivierung des visuellen Cortex verbessert. Man könnte sagen, dass es Training für das Gehirn ist. Es hält uns und unseren Geist fit.

Traurigkeit überwinden

Sich von Traurigkeit abzulenken, indem man sich künstlerisch betätigt, kann sogar noch besser funktionieren, als sich über die Probleme auszulassen.

In einer Studie, die in der Zeitschrift Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts veröffentlicht wurde, schauten die Partizipanten eine herzzerreißende Doku, um das Gefühl der Traurigkeit hervorzurufen. Im Anschluss wurde eine Gruppe damit beauftragt, sich künstlerisch zu betätigen mit Bezug auf den Film. Eine andere Gruppe sollte Kunst schaffen, die nichts mit dem Film zu tun hat. Die dritte Gruppe wurde gebeten, einfach still zu sitzen. Die Forscher stellten fest, dass die zweite Gruppe am erfolgreichsten war, sich abzulenken und die Traurigkeit zu senken.

Baby, Tränen, Porträt, Menschen, Babe, Wenig, Weinen

Konzentration stärken

Kognitiver Nutzen entsteht nicht nur durch zielgerichtete, fokussierte Kunst. Seltsamerweise kann uns bereits das Kritzeln helfen, besser aufzupassen und uns später daran zu erinnern. Es steigert die Konzentration und hält unseren Geist davon ab, umherzuwandern, berichtet The Atlantic.

Eine Studie fand heraus, dass bei den Teilnehmern, die aufgefordert wurden nebenbei etwas zu kritzeln, ganze 29 % mehr Informationen abgerufen werden konnten. Die Gruppe, welche sich voll-umfänglich konzentrieren sollte, schnitt demnach schlechter ab.

Musik stimmt unser Hirn positiv

Forscher haben festgestellt, dass das Musizieren positive Wirkungen verursacht. Dazu zählen die verbesserten Sprachfähigkeiten, bessere akademischen Leistungen und eine Steigerung des Gedächtnis, insbesondere bei Kindern, die regelmäßig praktizieren. Was natürlich auch für Erwachsene gilt.

Klavierspieler, Musiker, Konzentriert, Klaviertasten

Die Musik fördert nicht nur die Unterhaltung, sondern schafft auch eine erhöhte Lebensqualität. Bei älteren Menschen zeigen sich auch positive Effekte auf die körperliche und geistige Gesundheit. Das Musizieren in einer Gruppe bringt auch soziale Vorteile mit sich.

Eine weitere Studie fand heraus, dass von allen Fächern der Kunstunterricht am meisten Engagement und Motivation hervorruft. Somit bietet die Kunst eine positive Wirkung auf unsere Stimmungen. Also lasst uns zum Pinsel oder Instrument greifen!